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Wie erleben Patientinnen KI-gestützte Dokumentation in der Sprechstunde?

  • 30. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

PATIENT EXPERIENCE SURVEY

Eine Patientinnenbefragung zeigt: KI-gestützte Dokumentation kann verständliche Berichte ermöglichen, Orientierung geben und das Vertrauen stabil halten.



Prof. (UNIC) Dr. med. Bettina von Seefried, Cosima von Seefried und das Saipient Team 



Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick


Wie erleben Patientinnen KI in der Sprechstunde?


Wenn eine Praxis den Einsatz von KI in der Sprechstunde prüft, steht selten zuerst die Technik im Zentrum. Die wichtigste Frage lautet: Wie erleben Patientinnen die Situation, wenn ein KI Assistent im Behandlungszimmer mitläuft?

Wird die Patientin der Ärztin weiterhin vertrauen? Wird sie sich beobachtet fühlen? Oder entsteht ein besseres Gespräch, weil die Ärztin weniger tippen muss und mehr Aufmerksamkeit für die Patientin hat?

Genau diese Fragen haben gynhealth AG und Saipient in einer Umfrage untersucht. Während der Konsultation wurde Isaac im Hintergrund eingesetzt, um das Gespräch zu protokollieren und daraus einen strukturierten medizinischen Bericht zu erstellen. Anschliessend erhielten die Patientinnen diesen KI generierten Bericht per E Mail zusammen mit einem kurzen Fragebogen. So konnten sie direkt beurteilen, ob der Bericht verständlich und hilfreich war und wie sie den Einsatz von Isaac während der Konsultation erlebt haben.


Setting 

Gynäkologische Konsultationen bei gynhealth AG in Zürich, Dietikon, Olten und Winterthur 

Teilnahme 

26 Patientinnen beantworteten zehn strukturierte Fragen und zwei offene Fragen 

Zeitraum 

Antworten wurden zwischen dem 4. Mai und dem 15. Mai 2026 erhoben 


1. Der Bericht war für Patientinnen gut verständlich 


Ein Konsultationsbericht ist für Patientinnen nur dann wertvoll, wenn er nicht nur medizinisch korrekt, sondern auch verständlich formuliert ist.

77% 

bewerteten den Bericht als sehr verständlich 

19% 

bewerteten den Bericht als verständlich 

0% 

empfanden den Bericht als schwer verständlich oder unklar 


Die Rückmeldungen zeigen: Isaac kann Berichte erstellen, die sowohl für die ärztliche Dokumentation als auch für Patientinnen gut nutzbar sind. Solche Rückmeldungen sind besonders wertvoll. Sie zeigen, wo patientenfreundliche Sprache weiter vereinfacht werden kann.


2. Der Bericht vertiefte das Verständnis der Konsultation


Der Bericht war für viele Patientinnen nicht einfach eine Kopie des Gesprächs. Er half ihnen, die wichtigsten Punkte der Konsultation nochmals in Ruhe nachzuvollziehen.

62% 

fühlten sich durch den Bericht besser informiert 

31% 

antworteten mit eher ja 

0% 

sagten, dass der Bericht nicht hilfreich war 

Damit entfaltet der Bericht seinen Nutzen auch nach der Konsultation. Patientinnen gehen nicht nur mit einer Erinnerung an das Gespräch nach Hause, sondern mit einer schriftlichen Zusammenfassung, die sie später erneut lesen können.


3. Isaac wurde meist gar nicht bemerkt 


Eine häufige Sorge ist, dass KI im Behandlungszimmer störend oder unnatürlich wirken könnte. Im Pilot zeigte sich ein anderes Bild:

69% 

bemerkten nicht, dass ein KI Assistent aktiv war 

31% 

bemerkten den Einsatz von Isaac 

82% 

dieser Gruppe empfanden die Situation als angenehmer, weil sich die Ärztin stärker auf sie konzentrieren konnte 


Die Dynamik ist klar: Wenn Isaac nicht wahrgenommen wird, stört er nicht. Wenn Patientinnen den Einsatz bemerken, kann er sogar positiv wirken, weil die Aufmerksamkeit der Ärztin sichtbarer bei ihnen bleibt.


4. Das Vertrauen stieg oder blieb gleich


Für jede Praxis ist die Frage nach Vertrauen zentral. Die Ergebnisse sind hier besonders eindeutig.

52% 

gaben an, dass ihr Vertrauen in die Ärztin gestiegen sei 

48% 

gaben an, dass ihr Vertrauen unverändert geblieben sei 

0% 

berichteten von einem gesunkenen Vertrauen 

Keine einzige Patientin berichtete von einem Vertrauensverlust. Für rund die Hälfte der Patientinnen stärkte der transparente schriftliche Bericht die Arzt Patientinnen Beziehung sogar aktiv.


«Optimal formuliert. Er war vollständig. Ich bin zufrieden mit der vorliegenden Form.»

 5. Der Bericht bestätigte das Gespräch 

Der Bericht war für die meisten Patientinnen vor allem eine Gedächtnisstütze und eine Rückversicherung. Er bestätigte, dass sie die Konsultation richtig verstanden hatten.

65% 

sagten, der Bericht habe bestätigt, dass sie alles richtig verstanden hatten 

23% 

konnten die Inhalte dadurch besser verstehen 

4% 

lernten etwas Neues über ihre Gesundheit 

0% 

sagten, dass der Bericht nicht hilfreich war 


6. Patientinnen wünschen solche Berichte als Standard 

Auf die Frage, ob sie solche Zusammenfassungen künftig nach jeder Konsultation erhalten möchten, war das Signal sehr klar:

85% 

sagten ja 

15% 

sagten vielleicht 

0% 

sagten nein 

Nicht eine einzige Patientin lehnte die Idee ab, nach der Konsultation einen verständlichen Bericht zu erhalten.


Was das für Ärztinnen, Ärzte und Praxen bedeutet 


Die zentrale Erkenntnis des Piloten geht über die Frage hinaus, ob Patientinnen oder Ärztinnen und Ärzte vom Einsatz KI gestützter Dokumentation profitieren. Entscheidend ist vielmehr, dass derselbe Prozess beide Perspektiven zusammenführt und zugleich die Qualität der medizinischen Dokumentation erhöht.

Gerade darin liegt der eigentliche Wert: Wenn Isaac die Konsultation im Hintergrund erfasst, bleiben mehr relevante Details erhalten. Nuancen in der Schilderung der Patientin, ärztliche Rückfragen und klinisch wichtige Kontextinformationen können systematisch in die Akte einfliessen. Über die Zeit entsteht so eine verlässlichere longitudinale Dokumentation der Behandlungsgeschichte.

Warum das relevant ist 

KI in der Sprechstunde wird häufig vor allem aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte diskutiert: weniger Tippen, weniger administrative Belastung und mehr Zeit für Patientinnen und Patienten. Diese Vorteile sind real und in der Praxis deutlich spürbar.

Die Patientinnenumfrage bei gynhealth zeigt jedoch auch die andere Seite dieser Entwicklung: Patientinnen verstehen die Berichte, fühlen sich besser informiert und nehmen den Einsatz von Isaac nicht als störend wahr. Ihr Vertrauen bleibt stabil oder nimmt sogar zu. Gleichzeitig wünschen sich viele, dass solche Berichte künftig zum Standard werden.

Innovation im Gesundheitswesen wird oft als Zielkonflikt beschrieben: Effizienz oder Menschlichkeit, Technologie oder Vertrauen, Zeitersparnis oder Qualität. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass dieser Zielkonflikt nicht zwingend ist.

Richtig eingesetzt, kann KI-gestützte Dokumentation Mehrwert für alle Beteiligten schaffen: Ärztinnen und Ärzte gewinnen Entlastung, Patientinnen erleben eine verständlichere Nachbereitung, und Praxen erhalten eine strukturiertere Dokumentationsgrundlage.


Möchten Sie erfahren, wie Isaac KI-gestützte Dokumentation in Ihrer Praxis unterstützen kann? Vereinbaren Sie hier ein persönliches Gespräch mit Saipient.


Über die Autorinnen und Autoren

Prof. (UNIC) Dr. med. Bettina von Seefried ist Mitgründerin und Verwaltungsratspräsidentin der gynhealth AG, einem Netzwerk für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Standorten in Zürich, Dietikon, Olten und Winterthur.

Cosima von Seefried ist Projektleiterin bei gynhealth AG.

Saipient AG mit Sitz in Zürich entwickelt Isaac, eine KI gestützte klinische Dokumentations und Produktivitätsplattform für Schweizer Leistungserbringer.


Methodik

26 Patientinnen von gynhealth beantworteten nach Konsultationen, bei denen Isaac im Hintergrund eingesetzt wurde, einen Fragebogen mit zwölf Fragen. Die Patientinnen erhielten den generierten Konsultationsbericht per E-Mail zusammen mit der Umfrage. Die Antworten wurden zwischen dem 4. Mai und dem 15. Mai 2026 erhoben.



 

 
 
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